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Geschmacklose Tage

3. Dezember 2009

Früh am Morgen den Duft von Croissants und Kaffee in der Nase, mittags eine fruchtige Tomatensoße an die Pasta zaubern und spät am Abend noch ein Eis mit Sahne und Pfirsich genießen, das ist alles seit Tagen undenkbar.
Ein fieser Schnupfen hat alle Teile des Mundgroßraumes, die irgendwie etwas mit der Reizweitergabe von Duft- und Geschmacksstoffen an das Gehirn zu tun haben, ohne zu fragen ausgeschaltet. Allerdings auf eine unüblich krasse Art und Weise, die sich einen orientierungslos und behindert fühlen lässt. Die Straßen stinken nicht mehr, man selbst auch nicht, man riecht nicht, ob Lebensmittel verdorben sind oder ob man sich vielleicht mal die Nase zuhalten sollte, weil zwei Blocks weiter die Jauchejungs ihr Rohr anlegen.
Gemein ist auch, dass dadurch der Appetit vollkommen aussetzt. Man isst nicht mehr weil man Lust darauf hat, denn man weiß ja schon vorher, dass es einem geschmacksneutral die Kehle runterrutschen wird. Egal ob versalzen oder viel zu süß, es wird jegliche Nahrung einfach nur zur Tilgung des Hungergefühls in den Mund gelegt und gekaut und heruntergeschluckt, ohne irgendeine tiefere Bedeutung, ohne einen ästhetischen Sinn. Sinnlos.

Don Sancho

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Adieu Matthieu

20. Oktober 2009

Die Frösche sind frustiert. Wie sollen sie nur eineinhalb Jahre ohne zu jammen den Sandpunksound aufrecht erhalten können? Das geht nur durch regelmäßiges Hören von 500 Gramm altem Schinken vom Froschschenkel. Hängend gereift.
Unter anderem macht dieses Stück dem Ärger Luft: Adieu Matthieu, aufgenommen in den Katakomben der Fleischerei Sittmann.

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Promotour im Süden

2. Oktober 2009

Kurzmeldung: Die hauseigene Marketingabteilung von FjällFroschRecords weitet ihre >Livin’ Creatures< Kampagne nun auch auf Südamerika, speziell Argentinien aus. Geschulte Promoter und Vollblutmodels wie Don Sancho sind nun regelmäßig und flächendeckend zu Fotoshootings, Autogrammstunden und Meet & Greets unterwegs. Lokale Meinungsforschungsinsitute melden eine durchaus positive Resonanz bei der Fangemeinde. Eine Ausdehnung der Kampagne in Nachbarstaaten ist nach dem Jahreswechsel geplant.

Fjällmodel beim Shooting

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Ein Frosch im Vakuum…

9. September 2009

… der zerplatzt wohlmöglich. Oder erstickt. Oder erst das eine, und dann das andere. Wie auch immer, es ist unangenehm. Und jeder tierliebende Musikliebhaber fragt sich, wer wohl so grauenhaft sein würde und einen unschuldigen rana mit dem Grauen des Vakuums konfrontiert. Die Antwort darauf ist so einfach und doch auch ein wenig skurril: der Frosch selbst.
Vollkommen unfreiwillig und doch letztlich selbst verschuldet fand ich mich nach etlichen Monaten in einer lebendigen, sich für mich täglich ändernden Parallelwelt, plötzlich in diesem angsteinflößenden Vakuum wieder. Vorgewarnt und trotzdem verwirrt, suchte ich nach der undichten Stelle, nach dem Spalt, der mich mit Luft aus der Welt versorgen sollte, in die ich doch eigentlich zurück wollte. Die Suche ist erschwerlich aber durchaus lohnenswert. Denn früher oder später führt sie zum Erfolg. Und das bedeutet Leben, Durchatmen, Aufstehen und Weitergehen – oder besser Rausgehen, aus dem Vakuum und Reingehen in die eigentliche Realität. Und das ist befreiend. Das ist schön.
Die Kunst des Reisens besteht somit nicht nur darin, die Reise an sich zu meistern, sondern ebenso auch die Heimkehr.

Don Pancho