
ein bisschen bluna
18. Mai 2011Ein Student mit Hut kommt mir mit einer Mischform aus schnellem Gehen und leichtem Rennen entgegen. Er will noch seine Bahn in Richtung Szene erwischen. Hinter ihm ein von der Leine gelassener Jack Russel mit Drohgebärden. Misfällt dem Tier, dass sich der Student nicht für eine Gangart entscheiden kann? Oder rührt dessen Eile sogar vom Knurren des Hundes selbst?
Zwanzig Schritt dahinter kommt ein Mann mit Leine in der Hand – der mutmaßliche Halter – in einer der des Studenten ähnlichen Holprigkeit daher. Als er beim Vorbeigehen grinst und “Mistvieh” zischt, kann ich mir ein Lachen nicht verkneifen.
Schön, diesen Tag mit einem Lachen zu beenden. Der Tag war anstrengend und zudem erfuhr ich erst heute, dass die nötige Wiederingangsetzung meines Automobils dessen eigentlichen Wert um das Fünffache steigern würde. Da siegt die Vernunft, und so muss ich nun einen treuen Weggefährten verabschieden. Eine Maschine, ein Gebrauchsgegenstand, an welchem aber dennoch so viele schöne Erinnerungen hängen. Ich kann trotzdem Lachen. Die Schwüle des Abends und überhaupt alles um mich herum auf meinem gepflasterten Heimweg stimmt mich so erschreckend optimistisch. Das Gefühl, glücklich ( = optimistisch?) zu sein, sollte jeder Mensch jeden Tag erfahren dürfen. Ich werde diesen Vorschlag an die Verwalter der Menschenrechte senden.
Don Sancho

Frosch als Symbol des Glücks


